Stillstand fühlt sich immer kacke an – sei es der neue Job, der ausbleibt; die private Planung, die stecken bleibt oder auch fehlende Zuschauer in der Content Creation. Dadurch wird man in Loch gezogen, welches man sich selbst immer tiefer und tiefer schaufelt.

Wie kommt man da wieder raus? Simon und Martina haben den Hashtag #BuildALadder gegründet, der genau beschreibt, wie man aus Löchern wie diesen oder aus der Depression psychischer Art wieder herauskommen kann. Natürlich ist das für jede Person anders, aber hier geht es darum, eine Sprosse nach der Anderen zu greifen.

Auf einem persönlichen Level: mir hat genau das aus der Depression geholfen. Mich nach und nach auf einzelne Aspekte meines Lebens zu konzentrieren und die nächste Sprosse zwar im Blick zu haben, aber erst danach zu greifen, wenn die davor sicher und fest in meiner Hand liegt, hat mich wieder zum Glücklichsein gebracht.

Das hat jetzt direkt wenig mit Content Creation zu tun, stimmt, aber es lässt sich auch hier anwenden. Denn nach und nach einzelne Teile abzuhaken hilft ungemein. Und was auch helfen kann, die Arbeit an den eigenen Kanälen neben dem Job, der Uni, der Beziehung und dem restlichen Leben zu organisieren, sind neue Gewohnheiten.

Und darüber möchte ich heute mit euch reden.

Neue Gewohnheiten etablieren

Die Wissenschaft hinter der Etablierung neuer Gewohnheiten ist in meinen Augen schwierig. Jeder tickt hier anders und manchen fällt es vielleicht leichter, während andere nur schwer neue “Habits” (engl., Gewohnheiten) entwickeln können. Dabei hilft eine bestimmte Methode:

Langsam vorwärts gehen. Kleine Schritte machen.

Ist es schwer einer Gewohnheit zu folgen? Mach sie erstmal einfacher.
Beispielsweise Sport: Wenn man sich zum Ziel setzt 6x pro Woche 1 Stunde Sport zu machen und das immer wieder nicht schafft, dann ist das nicht schlimm. Das ist ein Zeichen, dass das Ziel zu hoch gesetzt ist. Stattdessen schraubt man dann runter und sagt sich, dass 3x die Woche mit je 20 Minuten das neue Ziel ist.
Und schon ist die neue Gewohnheit einfacher einzuhalten und geht schon bald in die Routine über.

Gesundheit, Erfolg, Beziehungen – all das sind keine Sprints, sondern immer ein Marathon. Stetig zum Ziel. Ein paar Schritte zurück werden darin auch vorkommen.

Ich habe mir also zum Ziel gesetzt, neue Gewohnheiten zu etablieren, die meinen Arbeitsalltag einfacher und geordneter machen.

  1. Wöchentliche Routine erstellen

Ich habe schon oft versucht, meine Woche durchzuplanen. Das hat noch nie geklappt. Warum sollte das also diesmal funktionieren?
Einfache Antwort: Weil ich mir “Thementage” setzen werde.

Längere Antwort: Es ist sehr wichtig, gewisse Themen konsistent abzuarbeiten. Sei es das neueste Videoprojekt oder Zeit für die Uni oder Zeit für administrative Arbeiten. Und genau das werde ich tun.

Dafür nutze ich irgendeine Art von “Scheduling”-App. Ehrlich gesagt, weiß ich noch gar nicht, welche es wird. Sobald mein Geschäft etwas gewachsen ist, wird es wohl Honeybook werden – vorher wäre eine kostenlose Alternative sinnvoll. Vermutlich Google Kalender oder Trello.

Montag

Meine Montage werden Admin-Tagehier kümmere ich mich darum, alle Kanäle up to date zu halten und den Discord zu bearbeiten. Hier werden Anfragen an Creator für meinen Podcast abgeschickt, eventuell mit Firmen kommuniziert, Planungen für Aufnahmeslots durchgeführt und so weiter.
Das ist ein super wichtiger Tag, um zu helfen, den Rest der Woche zu planen und hier werde ich auch mit harter Hand herangehen und dafür sorgen, dass ich keine anderen Termine hier eintrage – außer natürlich es geht zeitlich einfach nicht anders.

Dienstag

Dienstag ist Designtagich lerne also fest Dienstag mehr über Design und Videoschnitt und erstelle zur Übung oder aus Aufträgen einige Twitch-Designs. Diese werden dann auch endlich sowohl mal kostenlos auf dem Discord als auch für einen schmalen Taler auf Ko-Fi angeboten. Auch Aufträge zum Videoschnitt werden hier fest abgearbeitet und damit sollte genug Zeit, neben der Uni, belegt sein.

Mittwoch

Das Bergfest, die Mitte der Woche, Mittwoch – ein Tag für Uni und sonst nichts. Hier sind oft Hausaufgaben fällig und so werde ich die Zeit auch nutzen. Außerdem ein guter Reset vom Nachdenken über Content und die einzelnen Projekte! Was dabei gut funktionieren kann, genau wie die anderen beiden Tage bisher: Uploads.
Unsere derzeitige Internetleitung ist ja im Up eher schmal, sodass die Uploads schon viel Zeit fressen!

Donnerstag

Donnerstag ist Contenttagsei es der Videoschnitt und Aufträge abarbeiten (dafür brauche ich definitiv mehrere Tage) oder eben Content für die einzelnen Kanäle zu produzieren. All das wird Donnerstags und Freitags passieren, denn hier habe ich die meiste Zeit und wenig mit der Uni zu tun. Hier werden alle gemeinsamen Aufnahmen eingeplant und auch der Podcast wird hier aufgenommen.

Freitag

Freitag ist wie Donnerstag ein Contenttag. Außerdem wird der Abend entspannt – sei es mit meiner Verlobten oder mit Freunden für Gaming oder, soweit denn wieder möglich, zum Ausgehen.

Samstag

Das wird einer der wichtigsten Tage in der Woche: weg vom PC. Weg von allen Gedanken über Content und Co. Ein Tag wo ich mich um den Haushalt kümmere und den ich mit meiner Verlobten und unseren Katzen zubringe. Hier werde ich mir keine Termine planen und nichts, wo ich anwesend sein muss. Ein Tag um runterzukommen und sich nicht von der Ruhe ablenken zu lassen.

Sonntag

Auch der Sonntag wird für den Cooldown genutzt. Aber hier gehört auch Arbeit an meiner Webseite dazu und nicht die aktive Adversion gegen Contentproduktion. Hier mache ich einfach, worauf ich gerade Lust habe. Sei es mal entspannt zocken oder eben auch eine Aufnahme oder Sonstiges. Ein ganz freier Tag, ohne feste Planung.
Das Einzige, was ich hier fest planen möchte, ist dieser Blog und ein passender Newsletter!

Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass Wochenende auch so zu betrachten und dort nichts fest zu planen. Wenn da mal was reinfällt, dann ist das okay, aber man sollte sich nicht fest vornehmen, hier zu arbeiten.

2. Ein fester Schlafrythmus

Ein ganz wichtiger Teil des gesunden Lebens ist immer ausreichend Schlaf zu haben. Dabei ist laut einiger Studien nicht immer wichtig, wann genau man ins Bett geht – auch wenn 22 Uhr bis 6 Uhr wohl der natürlichste Rythmus ist – aber das man konsistent zu den gleichen Zeiten ins Bett geht und auch wieder aufsteht.

Ob ich jetzt um 5 Uhr oder 6 Uhr aufstehen werde, weiß ich noch nicht, und hängt stark von meinem Gefühl ab, aber ich werde darauf achten, um 22 Uhr im Bett zu sein. Lieber stehe ich früher auf als dass ich bis spät nachts wach bin und trotzdem um 6 Uhr aufstehe.

Das tägliche Starren auf (Computer-)Bildschirme ist hier ein weiterer Teilfaktor. Ich werde mir angewöhnen, ab 20 Uhr alle Bildschirme links liegen zu lassen und stattdessen zu einem Tee und einem Buch zu greifen oder zu zeichnen oder ähnliche beruhigende Dinge, die mir auch viel Spaß machen. Das sollte auch mit meinem unruhigen und unsauberen Schlaf helfen.

Hier werde ich aber auch herumprobieren, denn eigentlich bin ich sehr gerne lange wach – aber dann muss ich eben auch länger schlafen und ich bin auch gerne früh wach. Und das geht natürlich nicht.

3. Mehr Zeit draußen verbringen

Wie gerne ich einen Balkon hätte... aber den haben wir nicht. Also werde ich dafür sorgen, dass ich täglich auch Zeit draußen verbringe. Sei es zum Joggen, spazieren oder einfach auf einer Bank sitzen und frische Luft einatmen.
2020 war ein schwieriges Jahr, weil doch viel Zeit drinnen verbracht wird – allein dadurch, dass man nicht zur Uni gehen muss und selten etwas draußen macht, ist man einfach weniger an der frischen Luft. Das ist, laut Wissenschaft, natürlich nicht gut.

Also muss, und werde, ich das ändern!

4. Weniger aufschieben, mehr MACHEN!

Das ist recht selbsterklärend. Ich bin ein Meister im “Ich mach das in der letzten Minute” und rede mir ein, da besser zu funktionieren. Das stimmt aber nicht wirklich. Ich funktioniere genauso gut, wenn ich Sachen rechtzeitig erledige. Das erlebe ich immer beim Videoschnitt und den Designs – wenn ich was rechtzeitig mache, dann wird das genauso gut, wie wenn ich es später mache.
Also ist eine Gewohnheit, die ich mir angewöhnen möchte, Sachen rechtzeitig zu erledigen. Das ist für mich besser (weniger Stress), das ist für Kunden besser (frühere Ergebnisse) und allgemein besser planbar.

Das waren die 4 Gewohnheiten, die ich etablieren möchte. Das wird nicht von heute auf morgen passieren, natürlich, aber es wird passieren – daran werde ich arbeiten!

Habt ihr auch Vorsätze, die ihr erfüllen oder Gewohnheiten, die ihr etablieren wollt? Lasst mich das gerne im Discord wissen, vielleicht können wir uns gegenseitig helfen!